Alten- und Pflegeheim Schöneckerhaus

1964 entstanden die ersten Planungen in Herzogsägmühle ein Altenheim zu bauen. Die Erläuterungen zur Ausstellung vom 15. – 19.03.1969 in der Turnhalle von Herzogsägmühle führten an: „weil die aufgenommenen Männer eine hohe Überalterung zeigten, sie dadurch viele Plätze für eingliederungsfähige, nichtseßhafte Männer blockierten, aber im Alter auch nicht mehr verpflanzt werden sollten und auch ein entsprechende Heimplätze kaum zu finden sind.“

Dipl.Ing. Franz Gürtner wurde beauftragt einen Entwurf auszuarbeiteten. Die Bausumme wurde mit 3.400.000 DM, die Ausstattung mit 290.000 DM veranschlagt.

 

Baubeginn war 1969 und im Mai 1971 wurde das Haus offiziell von Oberkirchenrat Hans Schmidt, Kreisdekan von München seiner Bestimmung übergeben.

Das Haus trägt den Namen des ehemaligen Schongauer Amtsgerichtsrat Paul Schönecker, einen fränkischen Pfarrerssohn, der durch eine größere Summe (350.000 DM) aus seiner Hinterlassenschaft den Bau des Hauses erst ermöglichte.

 

Das Schöneckerhaus verfügte bei seiner Fertigstellung über 130 Plätze – davon 98 Einzelzimmer – ein Novum in der damaligen Zeit. Eine Pflegeabteilung mit 17 Betten, eine Arztstation, eine Zahnarztpraxis, eine Beschäftigungswerkstatt, sowie ein großer Speise- und Festsaal waren in das Gebäude integriert.

Im Giebel befindet sich die Hauskapelle, die zu Hausandachten und kirchlichen Feiern genutzt wurde, sowie von der katholischen Kirchengemeinde genutzt wird (samstags Vorabendmesse)

In der 1. und 3. Etage war jeweils ein Aufenthaltsraum/ Lesezimmer, in der 2. Etage der Fernsehraum untergebracht.

Eine ebenfalls im Haus befindliche Küche versorgte die Bewohner des Hauses, sowie die des Tannenhofes und Weiherhofes. Ab1984 wurden auch die Bewohner der Häuser Am Latterbach verpflegt.

 

Im Mai 1988 wurde im früheren Landwirtschaftsgebäude die Herzogsägmühler Gemeinschaftsküche eingeweiht, die auch die Versorgung des Alten- und Pflegeheimes übernahm. Das Küchenteam wechselte in die zentrale Gemeinschaftsküche, die Küchenausstattung wurde abgebaut und größtenteils einem Heim in Ungarn gespendet. Die frei gewordenen Räume wurden umgewandelt in Räume für Beschäftigungs- und Ergotherapie, sowie für Sozialräume für Mitarbeitende (Umkleide- und Aufenthaltsräume).

1992 wurde in einer weiteren Sanierung zur Erweiterung des Pflegebereiches begonnen. Vorrangig wurden Einzelzimmer mit eigenen Sanitärbereichen errichtet, darunter zahlreiche „behindertengerecht“, um den Betroffenen bei Pflegebedürftigkeit Umzüge zu ersparen.

 

 In einem 2001 begonnenen weiteren Sanierungsabschnitt wurden die Verlegung des Haupteingangs auf die Westseite, der Einbau eines großzügigen Foyers mit gemütlicher Kaffeestube, sowie weitere Räume für Therapie und Beschäftigung vorgenommen. Der Aufzug im Haupttreppenhaus wurde renoviert und behindertengerecht ausgestattet, sowie ein weiterer Aufzug/ Bettenaufzug wurde im 2. Treppenhaus eingebaut.

Etwas mehr als 3 Mio. Euro wurden seit Beginn der Sanierung im Jahre 1992 damit investiert. An den Kosten beteiligten sich zu je einem Drittel der Bezirk Oberbayern und der Freistaat Bayern, 40 Prozent musste Herzogsägmühle selbst tragen.

 

Damit bot das Haus 2003 Heimat und Hilfe für 79 Bürgerinnen und Bürger im „Altenheim“ für Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf und für weitere 32 Plätze für Heimat und Pflege im „Pflegeheim“.

Aktuell (2015) bietet das Gerontopsychiatrische Wohnheim 64 stationäre Wohnheimplätze mit tagesstrukturierender Betreuung für Seniorinnen und Senioren, die wegen chronischer psychiatrischer Primärerkrankungen nicht mehr allein oder in ihrer Familie leben können.

Mit 54 stationären Aufnahmemöglichkeiten in überwiegend Einzelzimmern bietet das Integrative Pflegeheim Erwachsenen mit Anspruch auf Pflegeleistungen nach SGB XI Heimat, professionelle Pflege und Versorgung.