Das Gasthaus "Herzogsägmühle"

Die besondere Herberge

 

Historie Gasthaus "Herberge"

Das Gasthaus "Herberge" (Bild 1) ist ca. 250 Jahre alt und somit eines der ältesten Gebäude in Herzogsägmühle. Die letzte große Renovierungsmaßnahme wurde 1987 durchgeführt.

Das Gebäude gilt als Einzeldenkmal. Besonders schützenswert sind der Schriftzug und die Heiligenfigur an der Südseite des Gebäudes sowie der Verputz des Hauses (Bild 2).

Die älteste bekannte Nutzung  des Gasthauses ist die einer Tafernstation. Das bedeutet, ein Gasthaus mit Übernachtungsmöglichkeit für Fuhrleute, Pferde und Wagen. Über Herzogsägmühle führte damals die wichtige Handelsroute München-Wessobrunn-Füssen-Fernpass. An dieser Route diente das Gasthaus auch als "Vorspannstation" für Fuhrwerke. Für den steilen Birkländer Berg mussten zusätzliche Pferde vorgespannt werden.

Nach Aufkommen der Motorisierung und der Nutzung der Eisenbahn verlor dieser Transportweg und somit die Tafernstation an Bedeutung. Es erfolgte eine Umwidmung in eine Gastwirtschaft.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gasthaus weiterhin als solches betrieben und war ein gut besuchtes Ausflugsziel.
Zu dieser Zeit gab es einen großen Bedarf an Wohnraum für Kriegsflüchtlinge und Vertriebene. Aus diesem Grund wurde 1946 der Kornspeicher im 2. Obergeschoß zu Wohnraum umgebaut.

Das Gasthaus wurde von einem Herzogsägmühler Diakonen-Ehepaar bewirtschaftet. In den oberen Stockwerken wohnten Mitarbeitende aus Herzogsägmühle. Im Erdgeschoss waren schon damals wohnungslose Menschen, die auf Wanderschaft waren, untergebracht.

Der Restaurationsbetrieb wurde ca. 1965 eingestellt. Anschließend ist in die Räumlichkeiten der Gaststube bis 1980 die Sattlerei von Herzogsägmühle eingezogen. Um 1980 wurde die Sattlerei aufgelöst und die Räume standen einige Jahre leer.

1985 wurde das Gebäude vollständig umgebaut und generalsaniert, um zukünftig eine Herberge für wohnungslose Menschen aufzunehmen. Zusätzlich entstanden kleine Wohngruppen in den oberen beiden Stockwerken, die für die stationäre Unterbringung junger Erwachsener in der Wohnungslosenhilfe dienten. In der Herberge übernachteten im Jahr 2011 ca. 900 Pesonen pro jahr bei ca. 5000 Übernachtungen.

2012 wurde das Gebäude erneut ertüchtigt und vor allem thermisch saniert und dient jetzt zum einen weiterhin als Herberge, sowie als Clearinghaus für ehemals wohnungslose Menschen.