Geschichte der Dorfverschönerung

 

In den Anfang des 19. Jahrhundert reichen die Bemühungen um die „Landesverschönerung zurück. Ab 1830 gab es Verschönerungsvereine. Im ausgehenden 19. Jahrhundert begannen die ersten Gartenbauaus-stellungen, die viele Besucher ansprachen, und Ansporn waren für viele Gartenbesitzer. Diese Ausstellungen fanden in Hallen oder im Freien statt. Erste Gartenschauen, in denen Parks gestaltet wurden und gepflanzte Blumenrabatten und Gemüseanlagen den Besuchern praktische Tipps gaben, waren die Reichsgartenschauen Dresden 1936, Essen 1938 und Stuttgart 1939. Letztere wurde erstmals auch vom Kreisverband mit drei Bussen besucht, nachdem die Schau in Dresden erst von einigen interessierten Persönlichkeiten des Kreisverbandes besucht worden war.

 

1930 ist unter den vielen jährlichen Vorträgen Sigmund Auers erstmals einer über Blumenpflege. 1936 wird von der Bayrischen Landesbauernschaft, inzwischen der übergeordnete Verband für die Gartenbauverbände, „Verschönerung durch Blume, Strauch und Baum“ als Programm für die Dörfer gefordert. 1950 regt der Bezirksverband für Gartenbau die Durchführung von Blumenschmuckwettbewerben durch die Kreisverbände an. Diese Wettbewerbe bleiben für längere Zeit Aufgabe der Kreisverbände, wobei bis zu fünfhundert Gärten bewertet wurden. Dann wurden diese Wettbewerbe auf örtlicher Ebene durch die Gartenbauvereine übernommen.

Diese Blumenschmuckwettbewerbe halfen den Gartenbauvereinen, die Krise in ihren Hauptbereichen Obst- und Gemüsebau zu überbrücken. Dem neuen Geschäftsführer des Bayrischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege, Gartenbauingenieur Horst Schindler ist es zu verdanken, daß die Gartenbauvereine, die fünfzig Jahre lang durch die Förderung des Obst- und Gemüsebaues in den Dörfern Bedeutung hatten, nicht durch den inzwischen bedeutungslos gewordenen Nutzgartenbereich in eine zwar liebenswerte, aber sektiererische Nische absanken. Mit Energie trieb er den Bereich Dorfverschönerung, Dorfbildpflege, Dorfgestaltung voran. Zahllose Merkblätter zu allen möglichen Themen aus diesem Bereich wurden den Vereinen zur Verfügung gestellt. Mit vielen initiierten Wettbewerben wurde den Vereinen der Blick geschärft für eine Reihe von dörflichen Bereichen: Die baumfreundliche Gemeinde, Spielplätze, Brunnen, Feldkreuze, Haus- und Hofbaum, Grüne Wände, der Garten als Lebensraum, Erhaltung und Schaffung von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere, Unser Lebensraum – naturbewußt gestaltet, Lebensraum Obstbäume im Dorf, Obstspaliere. Der Wettbewerb „Der grüne Friedhof“ hat landesweit die Sichtweisen in diesem Bereich stark beeinflußt.

 

Der Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“, dessen umfassende Dorfbeurteilung eher mit dem Slogan „Lebenswertes schönes Dorf – liebenswertes Dorf“ gekennzeichnet werden müßte, ist eine wesentliche Begleitung für die Arbeit der Gartenbauvereine im Bereich der Dorfbildpflege.

 

Wo stehen wir heute? Das inzwischen von den bayerischen Gartenbauvereinen bis heute erbrachte Bürger-engagement im Bereich von Dorfbild- und Landschaftspflege ist in ganz Deutschland beispiellos. Dies nicht mit dem oben gesagten oder nur mit einer besonderen Heimatliebe der Bayern, Schwaben und Franken erklären zu wollen, geht fehl. Schließlich sind die Bürger anderer Bundesländer nicht ohne Heimatliebe. Trotzdem sehen die Mitgliedsvereine des Württembergischen Landesverbandes für Gartenbau in der Dorfbildpflege keine Aufgabe. Und gibt es nicht auch in Bayern der Heimat verbundene Vereinigungen, die die ihnen in dieser Zeit zukommenden Aufgaben nicht sahen und sehen?

Nein, hier hat sich zweifellos Gartenbauingenieur Horst Schindler um Bayern in großem Maße verdient gemacht!

 

Dorfbildpflege

 

Prägnante Sätze zur Dorfbildpflege:

 

„Mit gutem Alten behutsam und mit notwendigem Neuen nicht revolutionär umgehen.“

 

„Dorf und Landschaft müssen eine Einheit bilden, da Kulturland vom Dorf aus geschaffen wurde und untrennbar dazu gehört.“ 

 

„Die Kunst der Dorfverschönerung besteht vor allem darin, bescheiden zu bleiben und allen unnötigen vermeintlichen Zierrat zu vermeiden.“ 

 

„Nur Bäume, welche die Dächer überragen, können den Eindruck eines in Grün eingebundenen Dorfes vermitteln!“ 

 

„Erst der Hofbaum fügt die Ansammlung von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden in die Dorflandschaft ein!“

 

„Wandspaliere sind der schönste Wandschmuck. Sie können bei Platznot sogar die Bäume ersetzen.“ 

 

„Ein Zaun trennt dann nicht, wenn seine Bepflanzung Verbindungen schafft!“

 

„Der Hausgarten als der ureigenste persönliche Bereich trägt erheblich zum Dorfbild bei, wenn man dem Vorübergehenden den Einblick nicht durch Hecken verwehrt!“ 

 

„Biotope fangen bereits dort an, wo der Mensch nicht mehr alles bis ins Detail gestalten will. Die Natur stellt sich von selbst ein und verlangt nichts anderes, als in Ruhe gelassen zu werden!“

 

 

Unser Verein

und die Dorf- und Landschaftspflege seit 1976

 

 Bereits unter dem Gründer unseres Vereins, Pfarrer Rudolf Seeberger, pflanzte der Gartenbauverein die den Ort Wielenbach prägenden Alleen: Die Seebergerallee, die Westerbachallee und nicht mehr vollständig vorhandene weitere Alleen wie die Bahnhofsallee und am Grünbach.

 

Tätigkeiten des Vereins seit 1976: 

 

Pflanzungen - Neugestaltungen:

Fläche am Wasserschieber für die Wasserversorgung Unterhausen (Weilheimer Straße) bei Scholz/Gugger, 1980            Erstgestaltung, war vorher Unkrautfläche

 

Rabatte am alten Friedhof an der Straßenseite, Neuanlage

 

Rabatte Südseite Rathaus, Neuanlage, (Pflanzung durch den Verein)

auch die Strauchpflanzungen in der Fläche. Später weitere Nachpflanzungen in der Rabatte.

 

Sportheimbau – Anlage des Rasens im Umgriffs des Sportheim

Sportheimbau - Neueinsaat nach Heimerweiterung

 

Kinderspielplätze Wielenbach-Nord ,1980, und Nordost, 2000: jeweils Neupflanzungen mit Anliegern

 

Kindergarten: Obstpflanzungen, 1992

 

Schule: 1985, Pflanzung Obstbaum „Goldrenette von Blenheim“,

1999, Bei Schulerweiterung Neuplanung des Schulgrundstücks durch den Ortsverschönerungs- und Gartenbauverein, (wurde nicht alles und nicht alles nach Plan umgesetzt.)

 

 

Kleinere Pflanzungen:

Zur Gebietsreform - Eingemeindung Haunshofen: Erinnerungspflanzung einer Schwarzkiefer bei Baumgartner, Peter Kaufingerstraße, in Haunshofen wurde ein gleicher Baum von den Haunshofnern bei der Schule gepflanzt.

Kirchstraße, beim Anwesen Gailler Johann Nordseite , Strauchpflanzungen

Alter gemeindlicher Friedhof: 3 Nußbäume vom Landesverband im alten Friedhof,  je ein weiterer Nußbaum vom Landesverband wurde im Pfarrgarten und in einem Privatgarten gepflanzt.

Wilde Weine an den Kirchhofmauern, (an der Ostseite wurde durch die Flurbereinigung gepflanzt)

Kirchstraße, Potentilla im Treppenbeet

 

1990, Wiedervereinigungslinde im alten Friedhof, gepflanzt anläßlich der gemeindlichen Feier zur Wiedervereinigung.

 

 

 

Pflanzaktionen im Rahmen der Aktion „Grün durch Flurbereinigung“:

(abgeschlossen bis 1992).

 

 

1979: Sportplatz: Ostseite und Nordseite an den Parkplätzen. (Nicht die Westseite bei den Spielplätzen, sie wurde von der Gemeinde gepflanzt bei der Neuanlage)

1990: Grünbachstraße, Hangseite zum Abenthum

Westerbach: Unterhauser Weg, gepflanzt mit Gemeinderäten und Anliegern.

Im Dorfbereich (Privatgrundstücke-Bachostseite).

Pählerstraße südlich der Gemeindekiesgrube im sogenannten Dreieckgrundstück: Vor- und Zwischenpflanzung der durch die Flurbereinigung gepflanzten Bäume mit Sträuchern.

Brunnenhausgrundstück südlich des Dorfes: Sträucherpflanzung

 

Allein die Strauchpflanzungen in den obengenannten Grundstücken umfassen fast 2500 Sträucher!

 

Antrag für verschiedenste Pflanzungen im Dorf- und Flurstraßenbereich, insbesondere Alleen, mehr

als 200 Bäume, Wilzhofen siehe nächste Seite (Bäume wurden von der Gemeinde gepflanzt.)

 

Werbung für die Teilnahme an der Aktion „Grün durch Flurbereinigung“ durch schriftliche Information der Haus- und Grundbesitzer sowie diesbezügliche Beratung von 53 Bürgern.

Vorschläge zur Umgestaltung des Grundstücks Zweckverband an der Weilheimer Straße:

Zaunerneuerung, Schaffung von Autostellplätzen und Neupflanzung in der Grünfläche. Die Vorschläge wurden von der Gemeinnützigen Wohnbau GmbH umgesetzt.

 

 

Kulturelle Gestaltungen:

Denkmal am Grünbachwehr (anläßlich der Hochwasserverbauung des Grünbachs und aus Anlaß 10 Jahre Neugründung des Gartenbauvereins 1976 erstellt), Einweihung 1977.         Kosten fast 6.000,-- DM, Spenden und Zuschüsse über 3.000,-- DM. Restfinanzierung durch den Verein.

 

Findlkapelle im Hardt, Restaurierung, 1992, auf Kosten des Vereins

 

Kreuz im neuen Friedhof, Neuerstellung, 1992, auf Kosten des Vereins

 

Berger-Kreuz, Raistingerstraße, Restaurierung, 1996, auf Kosten des Vereins

 

Alter Friedhof, Neugestaltung, 1998-2001,

es wurden 41 500,00 DM Spenden (!) erbracht, hiervon Anteil des Vereins 10 600,-- DM, Kosten für die Gemeinde etwa 20 000,-- DM.

Planung, Organisation und Durchführung lagen beim Gartenbauverein. Eine solche Neuanlage würde über einen Architekten 90 000 - 100 000,-- DM kosten.

 

Flächengestaltung am Hollerbergweg/Ecke Am Winkel in Wilzhofen, 1993.

Entsiegelung der Fläche, Schaffung eines gepflasterten Gehsteiges und einer Pflanzfläche auf Kosten des Vereins.

 

Außenrestaurierung der Peterskapelle mit Neupflanzung der Beetfläche, 1993,

auf Kosten des Vereins.

 

Ortseingangstafeln

Für die sechs Ortseingänge in Wielenbach, Wilzhofen und Hardt werden Begrüßungstafeln entworfen, gefertigt und gesetzt, Sie sind auch geeignet, Werbetafeln für Veranstaltungen anzubringen und so wirksam die Veranstaltungen zu bewerben, 2010.

 

Vereinsgarten

2011 denkt der Verein erstmals nur an sich. Es wird für 20.000 € ein Vereinsgarten geplant und fertig gestellt mit geräumiger Vereinshütte und einer Gerätehütte, 2011/2012.

Nun haben die Kindergruppenkinder, aber auch der ganze Verein eine Heimat.

 

Wassertretanlage und Barfußpfad

Nördlich des Vereinsgartens errichtet der Verein mit starker Hilfe des Vorstandsmitglieds Jens Strzelecki, Gartengestalter, eine Wassertretanlage und einen 45m langen Barfußpfad, 2013.

 

Steg übern Westerbach

Der Verein bekommt vom Flußbauamt Weilheim vom abzubrechenden Steg über den Kinschbach an der Ammer zwei acht Meter lange Teile. Einen davon errichtet er zusammen mit dem Bauhof der Gemeinde Wielenbach im Bereich unseres Vereinsgartens und der Wassertretanlage über dem Westerbach. Nun können die Bewohner im Süden Wielenbachs vernünftig mit Fahrrad und zu Fuß den Westerbach queren. Ebenso dient er unserer Kindergruppe und den Vereinsmitgliedern als kurzer Zugang zum Vereinsgarten. 2014.

 

 

Ruhebänke wurden erstellt in der Flur ab 1980, (1980  5 Stück,) und im Dorf (1981, 5 Stück) später weitere Bänke in der Flur.

Im Kirchhof zwei Bänke versetzt, an allen sechs Bänken neue Sitzlatten aufgebracht, 1999

 

Aktivitäten in Wilzhofen:

Vorschläge für Neu- und Nachpflanzungen im Zusammenhang mit der Aktion „Grün durch Flurbereinigung“ (Alleen  u.a.)<//font>

Neubepflanzung des Kriegerdenkmals, 1992

Renovierung des alten Ortsschildes am Anwesen Zöbele, 1994

Ortsbegehung aus Anlaß des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“.

Gestaltungsberatung für die Flächen links und rechts des Treppenaufgangs der Kirche sowie der Versickerung des Regenwasserablaufs der Kirche. Ausführung durch Kirchenrats- und OGV-Mitglieder Kölbl und Jais sowie OGV-Vorsitzenden Schmid.

Vorschläge für  Nachpflanzungen der Allee an der Alten Münchner Straße, (gepflanzt durch Wilzhofner).

 

 

Ramadama-Aktionen

Zwei Ramadama-Aktionen in der Flur wurden ab 1984 durchgeführt.

 

 

Zur Zeit werden für die Gemeinde von den Mitgliedern des  Gartenbauvereins folgende Blumenanlagen gepflegt:

 

Peter Kaufingerstraße - das Beet beim Pfarrhaus, das Beet beim Bart, 

das Beet am alten Friedhof,

Seebergerallee - das Beet an der Peterskapelle.

Pählerstraße – der Blumentrog bei Mathauser,

Wilzhofen - Ecke Hollerbergstraße/Am Winkel,

Anlage bei Walde, Anlage bei Zöbele

  

Alle Arbeiten wurden und werden unentgeltlich durch die Mitglieder des Vereins durchgeführt.
 

 

 

 

 

 

Ein vergessener Verein

 

<typohead type="4" align="center" class="MsoNormal">Der </typohead>

<typohead type="4" align="center" class="MsoNormal">Heimat- und Verschönerungsverein Wielenbach u. Umgebung</typohead>

 

<typohead type="3">Die Geschichte eines kurzlebigen Vereins</typohead>

 

Die folgenden Texte geben den Inhalt eines Protokoll- und Kassenbuchs des obigen Vereins teils auszugsweise, teils zusammenfassend, die letzten beiden Einträge wörtlich wieder.

Das Buch ist im Besitz der Familie Gerle/Stenger.

 

<typohead type="1">Gründungsversammlung am 20. Juni 1926</typohead>

Die Heimatvereinigung Ammersee hält einen Heimattag in Wielenbach ab, um hier einen Heimatverein ins Leben zu rufen.

Herr Dr. Blendinger, Schondorf, führt die Wielenbacher Interessenten einer Heimatvereinigung hinauf an den historischen Platz, wo einst die Villa rustica stand und wo Römergräber Zeugen einer frühen Besiedelung unserer Gegend sind.

Unter einer Buche hält er einen Vortrag vor ungefähr 100 Personen. Nun zog man in die Filsersche Gastwirtschaft, wo Dr. Blendinger seine Ausführungen durch Kartenskizzen ergänzte.

Anschließend hielt Dr. Schweizer, Diessen, einen echt heimatlichen Vortrag über Altertümer, Sitte und Brauch unserer Vorfahren und über Mundartforschung (sein Spezialgebiet), wofür er lebhaften Beifall erhielt.

Der Nachmittag wurde verschönt durch Lieder des Wielenbacher Kirchenchores.

Hauptlehrer Linder nimmt dann die Gründung der Wielenbacher Heimatvereinigung in die Hand. 25 Gründungsmitglieder haben sich in die Liste eingeschrieben.

Es wird beschlossen, die neue Gründung „Heimat- und Verschönerungsverein Wielenbach“ zu nennen.

Die Wahl des Ausschusses ergibt: 1. Vorsitzender Lautenbacher Andreas, 2. Vorsitzender Hauptlehrer Albert Weber, Schriftführer und Kassier Hauptlehrer Jakob Linder. Beisitzer: H.H. Pfr. Schäffler, Promberger Andreas, Graßl Karl.

Der Ausschuß wird beauftragt Statuten auszuarbeiten und der 1. Hauptversammlung vorzulegen.

Der Vereinsbeitrag beträgt 1 Mark, er soll 1927 erstmals eingehoben werden.

 

 

<typohead type="1">Ausschußsitzung am 2. Juli 1927</typohead>

Die Statuten, die Linder erarbeitet hatte, werden mit Verbesserungen beschlossen.

 

<typohead>1. Hauptversammlung am 13. November 1927, 3 Uhr, im Nebenzimmer des Filserschen Gasthauses</typohead>

Die Versammlung ist gut besucht.

Es werden Berichte und Kassenprüfung vorgenommen.

Die Statuten werden von der Versammlung angenommen.

Wünsche und Anträge:

Lautenbacher Andreas bittet den Bürgermeister um einen Zuschuß an den Verein.

Verschiedene Redner wünschen eine Verbesserung der Wege durch freiwillige Arbeitsleistung.

Die Gemeinderatsmitglieder möchten doch Mitglieder des Vereines werden.

An schönen Plätzen sollen Ruhebänke aufgestellt werden.

Graßl Karl wünscht die Reparatur des Zaunes am Simmerbauerweg hinunter, an dem er sich sein Gewand daran zerrissen hat.

Graßl beantragt auch, daß die Versammlungen manchmal in Wilzhofen und Unterhausen stattfinden sollten wegen der auswärtigen Mitglieder.

Zöbele bittet, daß Wielenbach die Weghälfte des Sträßchens am Grünbach machen möge, er würde die andere Hälfte durch Wilzhofen übernehmen.

Lautenbacher Andreas drückt den Wunsch aus, je ein Mitglied aus Wilzhofen und Unterhausen möge unsere Heimatsache in seinem Orte fördern.

Hauptlehrer Linder brachte den Antrag ein, den Beitrag von 1 M. auf 50 Pfg. zu ermäßigen. Der Antrag wurde angenommen.

Linder stellt auch den Antrag, zum Namen unseres Vereines noch hinzuzusetzen: „u. Umgebung“, da wir von Wilzhofen und Unterhausen  Mitglieder im Vereine hätten. Der Antrag wird angenommen.

Linder empfiehlt auch den Bezug der netten Heimatblätter „Lech-Isarland“ des Huosigaues eindringlich.

 

Nach der Versammlung erfreute der Kirchenchor durch Gesänge, Linder selbst durch Klavierstücke und Sologesänge und Peter Ertl durch gelungene Couplets.

 

 

 

<typohead>2. Hauptversammlung am 21. Dezember 1930 im Gasthaus zum Filser, 3 Uhr.</typohead>

Eine zweijährige Pause war eingetreten “wegen der wirtschaftlichen großen Notlage unseres Vaterlandes und der überall mehr oder weniger zutage tretenden Vereinsmüdigkeit und der keinen (wenigstens offensichtlich keinen materiellen) Nutzen bringende Verein.“

Die heutige Versammlung wurde jedem Mitglied gegen Unterschrift bekannt gemacht. Der Besuch der Versammlung war besonders von den Wielenbachern ein schlechter.

Anwesend war auch der 1. Vorsitzende des Huosigaues, Herr Professor Hartwein.

Nach der Begrüßung folgte der Kassenbericht. Der Beitrag 1930 ist noch nicht eingehoben.

Prof. Hartwein spricht über Zweck, Ziele und Notwendigkeit des Heimatvereines in wirklich überzeugenden, allgemein verständlichen Worten.

Neuwahl: 1. Vorsitzender Lautenbacher Andreas, 2. Vorsitzender Pfr. Sonntag Joh., Schriftführer und Kassier Hauptlehrer Linder Jakob. Beisitzer: Hauptlehrer a. D. Weber Albert, Graßl Karl, Promberger Andreas.

Für das Heimatblatt „Lech-Isar-Land“ wird geworben.

Nach der Versammlung erfreute der Kirchenchor unter Leitung von Hauptlehrer Linder durch den Vortrag einiger gemischter Chöre und bei Klavier, Violin und Gesang hielten in animierter Stimmung die meisten Versammlungsbesucher bis 9 Uhr aus.

 

 

 

<typohead>Ein betrübliches Kapitel!</typohead>

Dasselbe trägt der Schriftführer fast 4 Jahre nach obigem Bericht ein. In diesen 4 Jahren wurden keine Versammlungen mehr gehalten und für 1931, 1932 und 1934 kein Beitrag mehr eingehoben.

Drückende Lasten jedes Einzelnen, verbunden mit Vereinsmüdigkeit und allgemeine Not und Niedergeschlagenheit, veranlaßten den Vereinsleiter Versammlungen zu vermeiden und Vereinsbeiträge nicht zu kassieren, um den Vereine in bessere Zeiten in aller Ruhe hinüber retten zu können.

Nachdem nun unter unserem tatkräftigen Führer Adolf Hitler unser heißgeliebtes Vaterland sich von den schlimmen Weltkriegsfolgen allmählich zu erholen beginnt, wäre es nach Meinung des Chronisten höchste Zeit, wieder ordentliches Leben in unserem Vereine, der mit seinen hohen kulturellen Zielen ja Heimatbrauch und Heimatsitten, Heimatkunst und heimatliche Sprache hochhält und so vor allem Heimatliebe erzeugt, pulsieren zu lassen. Also möglichst bald wieder Versammlungen und Beiträge kassieren und durch Arbeit im Vereine zur Heimatsache begeistern.

Das ist der Wunsch des scheidenden Schriftführers und Kassiers.

 

Wielenbach, den 25. Oktober 1934

                                                                       Jakob Linder, Hauptlehrer

 

 

 

 

<typohead>Bericht über die Versammlung am Sonntag, 10. Hornung 1935 im Gasthaus Filser</typohead>

Die von Herrn Hauptlehrer Linder unter „Ein betrübliches Kapitel“ gegeißelten Zustände scheinen sich nicht bessern zu wollen, denn ganze „sieben“ Mann hatten sich eingefunden, als nach 1-stündiger Verspätung Vorstand Andreas Lautenbacher die Versammlung eröffnen konnte.

Die Tagesordnung konnte rasch abgewickelt werden.

Der Kassenbericht wurde ohne Einspruch genehmigt und Entlastung erteilt. Barbestand ist 33,60 R.M.

Vorstand Lautenbacher ersuchte wegen seines Gesundheitszustandes (Gehörleiden) seinen Rücktritt genehmigen zu wollen. Die Gründe wurden gebilligt und an seine Stelle 2. Bgstr. Michael Promberger zum Vereinsführer erkoren. Der Erwählte nahm an.

Dem scheidenden Schriftführer und Kassier wurde gedankt und an seine Stelle Hauptlehrer Ernst zu diesen Ämtern bestimmt. Dieser nahm an und erklärte, gerne seine Kraft in den Dienst der guten Sache stellen zu wollen; denn Heimaterde und Heimatbrauch seien die Grundlage für die Gesundung unseres Volkes.

Vorstand Promberger dankte dem zurückgetretenen Vorstand Lautenbacher für die viele geleistete Arbeit, seine großen Verdienste und die oft mit Humor gewürzte Vereinsführung. Er versprach, in den Fußstapfen des „Alten“ wandeln zu wollen.

Um 5 Uhr wurde geschlossen.

 

Wielenbach, 10. Hornung 1935

 

der Vorstand                                                                          der Schriftführer

                                                                                                          Ernst

 

 

Auf einem mit der Handschrift Michael Prombergers beschriebenen Papier findet sich folgender Text:

 

<typohead>Heimatverein Huosigau Wielenbach</typohead>

Der im Jahre 1926 ins Leben gerufene Heimatverein scheint wieder im Absterben zu sein. Nach vier Jahren war voriges Jahr wieder eine Generalversammlung. Trotzdem die Mitglieder durch Unterschrift verständigt waren, konnte der Vorsitzende Lautenbacher nach 1 Std. Verzögerung vor ganze 7 Mitglieder die Versammlung eröffnen. Ehvor nun für heuer die Generalversammlung angesetzt wird, ergeht an jedes Mitglied die Aufforderung, sich durch Unterschrift zu erklären, ob er als Mitglied bei dem Verein bleibt und auch die fälligen Beiträge bezahlt, oder ob er durch Unterschrift seinen Austritt erklärt. Es hat meines Erachtens keinen Zweck, die Generalversamm-lung anzusetzen, wenn gar nicht richtig bekannt ist, wer alles Mitglied ist. Auf umstehender Seite sind die Mitglieder vom Stand 1934 aufgeführt, ist aber eigentlich gar nicht maßgebend, da ein Beitrag damals nicht mehr eingehoben wurde. Diese Mitglieder sollen sich nun durch Unterschrift erklären, ob sie noch weiterhin Mitglied sein wollen, oder ob sie ihren Austritt erklären. Erst auf das Ergebnis der Unterschriften ist es möglich, eine Generalversammlung einzuberufen u. ev. den Verein aufzulösen.

 

<typohead>Mitgliederliste 1934 des Heimat und Verschönerungsvereins Wielenbach</typohead>

Lautenbacher Andreas,   (Linder Jakob),   Weber Albert,   Filser Gertraud,   Keller Peter,   Graßl Karl,   Gerold Joseph,   Gröbl Andreas,   Lautenbacher Heinrich,   Nutzinger Gregor,   Promberger Andreas,   Zöbele Jakob, Wilzhofen,   (Abenthum Joseph),   Pentenrieder Simon,   Kracher Generos, Wilzhofen,   Ertl Peter,   Mayer Rupert, Wilzhofen,   Dr. Ullersperger, Wilzhofen,   Deininger Joseph, Unterhausen,   Ertl Nikolaus, Unterhausen,  Goldhofer Isidor sen., Unterhausen,  Lengenleicher Georg,  Wagner Jakob,  Promberger Michael,  Sonntag Johann, Pfr.,  Blasl sen., Wilzhofen,  Guggemos Georg, Wilzhofen,  Reill Aloisia,  Göbl, Unterhausen,  Ernst Fritz.