Damit es in unseren Gärten wieder summt und brummt, zwitschert und flattert

 

 

Passend zum aufkommenden Frühling und zur aktuellen Diskussion rund um die Nahrungsnot von Bestäubungsinsekten präsentierte der Wielenbacher Gartenbauverein den Lichtbildvortrag „Damit es in unseren Gärten wieder summt und brummt, flattert und zwitschert“.

Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind nicht wegen der Bestäubung von etwa 80 % unserer Blühpflanzen überlebenswichtig. Sie sind auch gut für das Auge und somit für das Wohlgefühl von uns Menschen wichtig. Sei es der Fleiß der Honigbienen, die Vibrationstechnik der Hummeln oder auch die Leichtigkeit der Schmetterlinge: Für Groß und Klein gibt es bei diesen Vielfliegern immer wieder faszinierende Beobachtungen, da wird der Garten zum Erlebnisraum.

Als Vortragender konnte der Bad Grönenbacher Imker und Pädagoge Marcus Haseitl gewonnen werden. Der Referent ist zu verschiedenen Bienen-, Blüh- und Gartenthemen bundesweit aktiv und als Praktiker vor Ort im ganzen Allgäu bekannt.

Sein kurzweiliger Vortrag beinhaltete blühende Gartenbeispiele mit wenig Zeit- und Kostenaufwand genauso wie etwas aufwändigere Gestaltungen, vom Staudenbeet bis zur Blühhecke, von der Blumenwiese bis zu lebendigen Randzonen. Da ist für jeden Garten etwas dabei, für neue Gärten genauso wie für Gärten, die schon etwas in die Jahre gekommen sind.

 

Tips für die Um- oder Neugestaltung insektenfreundlicher Gärten:

  • Nicht der Golfrasen, sondern die Blühwiese ist das erste und wichtigste Hilfsmittel. Dabei reicht für den Anfang oft schon eine kleine Fläche oder schlecht zu pflegende Randstreifen. Besonders geeignet sind Mischungen aus Gräsern, Kräutern und Wildblumen. Alternativ, aber nicht ganz so nachhaltig ist eine einjährige Blumenwiese. Möglich sind auch fertig vorbereitete Wildblumenmatten.
  • Um ganzjährig Nahrung für Bienen und Schmetterlinge anzubieten, empfiehlt Herr Haseitl, im Spätwinter bereits mit Winterlingen, Schneeglöckchen und z.B. Weiden zu starten. Weiter geht es mit Blumen, wobei besonders auf ungefüllte Blüten und pollenhaltiges Saatgur zu achten ist. Wichtig ist auch eine durchgehende Blühphase bis in den Spätherbst, wenn die letzten Astern verblüht sind. Viele unserer heimischen Schmetterlinge brauchen ein Nahrungsangebot in unmittelbarer Nähe zu ihren Unterschlüpfen!
  • Empfehlenswerte Blumen sind z.B. Ringelblumen, Fetthenne, Katzenminze sowie Küchenkräuter. Diese Blumen sind nicht nur schön anzusehen, sie erfordern auch nur ein Minimum an Pflege!
  • Seien sie mutig und lassen Sie in einer abgelegen Ecke, die jedes Grundstück zu bieten hat, auch mal Brennnesseln aufkommen. Sie sind eine der wichtigsten Schmetterlingspflanzen überhaupt!!!
  • Reisighaufen oder auch gestapelte Steine bieten geeignete Rückzugs- und Überwinterungsmöglichkeiten für unsere heimischen "Bestäuber" sowie für Vögel oder Igel. Leider ist dieser Gartenfreund seit Abfang dieses Jahres auch auf der Roten Liste gelandet.
  • Auch mit passenden Gehölzen können Sie viel Gutes tun. Hier bietet sich an: Wilder Wein und Efeu an der Hausmauer, der gute alter Holunderstrauch, Faulbaum, Kornelkirsche, Heckenkirsche oder auch Pfaffenhütchen sind für Schmetterlinge und Vögel Nahrungslieferant und Rückzugsort zugleich.
  • Als Rückzugsort kann man auch Insektenhotels aufstellen. Hierbei sollte man nicht die billigsten kaufen und bei Eigenanfertigung die Anleitungen von Fachleuten und die Verwendung biologischer Materialien beachten. (Der Gartenbauverein bietet am 17. November die Möglichkeit an, unter Anleitung ein Insektenhotel anzufertigen. Näheres siehe Jahresprogramm!)

Informationen bieten sich auch im Internet unter folgenden Adressen an:

 

FOTO: Markus Gastl („Hortus Insectorum“)